In diesem Jahr haben 22 (zum Teil zukünftige) Mitglieder der Boliviengruppe eine Begegnungsreise nach Bolivien angetreten.
In der Mitte der Sommerferien trafen sich 6 Familien mit Lehrkräften der Bonifatiusschule und der Ludwig-Windthorst-Schule am Hauptbahnhof Hannover zum Antritt der Reise. Die Aufregung war bei allen Reisenden zu bemerken, stellte sich doch die Frage, ob die einjährige Planung aufgeht.
Soviel sei verraten: Es war eine tolle Reise, mit vielen noch tolleren Eindrücken und bleibenden Erinnerungen und einer aufgehenden Planung!
In Bolivien begann unsere Rundreise in Santa Cruz mit Stadtbesichtigung, einem Besuch der deutschen Schule und der Akklimatisierung. Anschließend folgten Stopps in Samaipata zur Besichtigung der gigantischen Wasserfälle und einer Inkastätte. In Sucre konnten wir die Hauptstadt mit ihrem kolonialen Baustil, Dinosaurierspuren und die Herstellung von bolivianischem Handwerk besichtigen.
Nachdem wir Sucre mit dem Nachtbus verlassen hatten, folgte einer der Höhepunkte der Reise: der Besuch des Salzsees nahe der Stadt Uyuni. Es war wie erwartet: so viel Salz- bis zum Horizont und noch weiter- zu sehen, dass selbst Hotels oder Figuren aus Salz gebaut werden konnten, war sehr beeindruckend. Weiter ging es, um an diversen Lagunen Flamingos, Gasiere und für uns ungewohnt in Freiheit lebende Emus, Alpakas, Vinkuyas, Wüstenfüchse oder Hasen zu sehen. Es war tatsächlich sehr bewegend so viele Eindrücke von unserem Fremdenführer gezeigt zu kommen.
Unsere Ankunft in La Paz fiel in die frühen Morgenstunden nach einer ruhigen Fahrt im Nachtbus über das Altiplano. In unserer Unterkunft etwas außerhalb der höchstgelegensten Verwaltungshauptstadt weltweit wurden wir mit großer Herzlichkeit in Empfang genommen und genossen das Frühstück unter freiem Himmel. Frisch gestärkt ging es mit dem Taxi in die Innenstadt zur Bischofskonferenz wo uns freundliche Mitarbeiter mit Kaffee und einem Getränk aus Kaffeebohnenschalen begrüßten und uns ihre Arbeit in den verschiedenen Gemeinden vorstellten. Es gab eine Führung durch das Gebäude, die Stadt und eine Einladung zum Interview am nächsten Tag.
La Paz mit der Seilbahn (Teleférico) als öffentliches Verkehrsmittel, die Fahrt mit dem Bus durch El Alto auf dem Weg zum Titicacasee und die Begegnung mit den „Haus-Lamas“ unserer Unterkunft dort in Copacabana werden wohl immer in unserer Erinnerung bleiben.
Doch nun kam der wichtigste Teil unsere Reise auf den südamerikanischen Kontinent: Wir machten und auf mit dem Bus und dem Flugzeug zurück ins Tiefland nach Santa Cruz. Am Flughafen angekommen erwartete und schon Schwester Graciela, die uns mit dem Schul- und Gemeindebus abholte. Mit Koffertürmen auf dem Dach ging es durch die Dunkelheit etwa drei Stunden über Land in den kleinen Ort Loma Alta.
Dort angekommen wurden wir zu unseren im Dorf verteilten Unterkünften gebracht und schliefen mit der Einladung zum Frühstück im Essensraum des Internats in den nächsten Morgen.
Der offizielle Empfang durch die „großen“ Schülerinnen und Schüler am Vormittag mit Tanzvorführungen, Reden, Gesang und Austausch der Geschenke zeigte uns, wie dankbar unsere Hilfen und Spenden von der Schulgemeinschaft Don Bosco aufgenommen werden.
Der Tag verging mit einem Fußballspiel, Besichtigung der Schule und des Internates sowie vielen intensiven Gesprächen und endete mit einem Abendessen mit bolivianischen Spezialitäten.
Am nächsten Morgen startete unser Tag in der Grundschule Loma Altas: Wir wurden herzlichst empfangen! Viele Familien hatten Köstlichkeiten für ein wunderbares Frühstück zubereitet und verbrachten den Vormittag mit uns gemeinsam in der Schule.
Bei einem Rundgang durch die Räumlichkeiten der Schule konnten wir sehen, dass die Schule -auch dank unserer Spenden- schon an vielen Stellen Verbesserungen vornehmen konnte.
Es folgte ein gemeinsames Schulfest. Beide Schulleiterinnen sprachen über die bereits 25 Jahre andauernde Partnerschaft und damit entstandene freundschaftliche Verbindung. Geschenke wurden ausgetauscht und eine besondere Freude bedeuteten die Postkarten, die von allen Schülerinnen und Schülern der Bonifatiusschule geschrieben wurden und nun an die Kinder in Loma Alta übergeben werden konnten.
Die Schülerinnen und Schüler aus Loma Alta tanzten in landesüblichen Trachten und auch die Kinder der Bonifatius-Gruppe hatten ein Theaterstück eingeübt: Die Bremer Stadtmusikanten!
Viel zu schnell verging die gemeinsame Zeit und unsere vielköpfige Reisegruppe machte sich mit einem kleinen Bus -in den wir kaum alle hineinpassten- auf in Richtung Santa Cruz.
Noch eine Nacht im Casa Kolping und am nächsten Morgen ging es zurück in die Heimat.
Wir sind alle sehr dankbar für die intensive gemeinsame Zeit in Bolivien mit der Schulgemeinschaft unserer Partnerschulen. So konnte die Verbindung untereinander gestärkt werden und die mitgereisten Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerinnen tragen ihre persönlichen Eindrücke in die Bonifatiusschule und in die Arbeit der Boliviengruppe.




